Bearbeiten / Versionen / Impressum Suchen:

Gruppe 1575 München

Einen Teil unserer Gruppenarbeit macht die Enzelfallarbeit aus: wir informieren über einzelne Fälle und betreuen Opfer von Menschenrechtsverletzungen.

Fall Kambodscha

Am 20. April 2007 wurden 105 Familien, die meisten davon Fischer, Bauern und Strandverkäufer, aus dem Dorf Mittapheap 4 am Rande der Küstenstadt Sihanoukville vertrieben und wurden obdachlos.

Bei der Zwangsräumung waren etwa 150 Sicherheitskräfte, darunter Soldaten beteiligt. Sie schossen in die Luft und auf den Boden, zerstörten die Häuser, und schlugen mit elektrischen Schlagstöcken auf die Leute ein. 18 Dorfbewohner, 13 Männer und fünf Frauen, sowie zwei Polizisten wurden dabei verletzt.

Im Anschluss wurden die 13 verletzten Männer verhaftet, geschlagen und ins Gefängnis gebracht, wo sie vernommen wurden. Sie wurden wegen "Körperverletzung" und "Sachbeschädigung" angeklagt. Neun Dorfbewohner wurden für schuldig befunden, und das, obwohl die Staatsanwaltschaft keinerlei Beweise erbringen konnte, die die Männer mit den ihnen zur Last gelegten Ver­brechen in Verbindung brachten.

Durch die Zwangsräumung haben die Familien fast alles verloren, was sie besaßen, nicht nur ihre Fischernetze und sonstigen Ausrüstungsgegenstände, sondern auch ihr Dach über dem Kopf. Bisher wurde weder die Rechtmäßigkeit der gewaltsamen Räumung überprüft, noch den Familien angemessene neue Unterkünfte oder eine Entschädigung gewährt.

Im März 2008 lebten immer noch über 90 Familien in der Nähe ihres früheren Dorfes in einfachen Unterständen am Straßenrand, es fehlt ihnen an Trinkwasser und einfachsten Sanitäreinrichtungen. Nachdem sie das Land, auf dem sie vorher Reis und Gemüse an­bau­ten, verloren haben, müssen sie um ihr Überleben kämpfen.

In Folge der engen und unhygienischen Wohnverhältnisse sind viele Kinder erkältet, haben Fieber oder Durchfall. Nichtregierungsorganisationen haben humanitäre Unterstützung ge­leistet, doch die Bewohner haben Amnesty International gegenüber berichtet, dass sich weder Regierungs- noch Behördenvertreter zur Beurteilung ihrer augenblicklichen Situation bei ihnen gezeigt hätten.

Hintergrundinformationen

In den letzten Jahren wurden tausende kambodschanische Familien gezwungen, ihre Häuser zu verlassen.

Mittapheap 4 veranschaulicht ein Muster dieser Zwangsräumungen:

  • Die Bewohner werden vor der Räumung nicht rechtzeitig informiert
  • Sie erhalten keine Chance, in Beratungen einbezogen zu werden
  • Sie haben keine Möglichkeit, Widerspruch gegen Räumungsbefehle einzulegen
  • Nach der Räumung werden ihnen keine angemessenen Unterkünfte zur Verfügung gestellt

Engagieren auch Sie sich für die Familien in Kambodscha und gegen die Zwangsräumungen!

Gruppe

Mitmachen!





Login