25.01.2012 23:32 Uhr
Benefiz-Lesung von Sergej Solowkin zugunsten von Amnesty International
Artikel 19 der Allgemeine Erklärung der Menschenrechte: "Jeder Mensch hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung"
Russland gilt als einer der gefährlichsten Arbeitsorte für Journalisten. Seit 1990 kamen dort mehr als 200 Medienvertreter gewaltsam zu Tode. Sergej Solowkin, ehemaliger Kriminalhauptkommissar in Kasachstan, führte als Korrespondent der "Republikanischen Jugendzeitung" von 1979 bis 1986 unabhängige journalistische Recherchen zu kriminellen Vorgängen und zu Korruption in legislativen und exekutiven Organen durch.
Als Journalist und Ermittler bei der großen oppositionellen Zeitung "Novaja Gaseta" spezialisierte sich Sergej Solowkin auf Korruptionsermittlung und wurde dafür 19 mal vor Gericht gestellt. Nach Veröffentlichung seines Buches floh er nach vielen Morddrohungen und einem tatsächlichen Mordanschlag im März 2002 mit seiner Frau nach Deutschland.
Als Gast der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte wurde Sergej Solowkin in das Writers-in-Exile-Programm aufgenommen. Im Exil, wo ein weiterer Mordanschlag auf ihn verübt wurde, setzt Sergej Solowkin seine journalistische Tätigkeit für die "Novaja Gaseta" mit unverminderter Intensität fort.
Im Rahmen der Benefiz-Lesung möchte Sergej Solowkin Auszüge aus seinen literarischen Werken "Der Kamm" sowie "Der Einkaufwagen", sowie einen von ihm verfassten Artikel aus der Nowaja Gazeta zum Thema Kopfgeld vorstellen. Darüberhinaus berichtet er über die gefährliche Arbeit der Journalisten in Russland und über Selbstzensur.
Datum: Do, 8.3.2012
Uhrzeit: 20:00 Uhr
Ort: EineWeltHaus, Schwanthalerstr. 80, U4/U5 Haltestelle Theresienwiese.
Eintritt: 5 €, ermäßigt 3 €
Weitere Informationen über die Arbeit von Amnesty International auf dem Gebiet der Meinungsfreiheit finden sie unter http://www.amnesty-meinungsfreiheit.de